
Warum die Klangzelle so klingt, wie sie klingt
Wer sich mit Lautsprechern auskennt, hat Fragen. „Ein Breitbänder? Ernsthaft?“ – „Das Ding strahlt doch gar nicht 360° ab.“ – „Wo ist der Bass?“
Berechtigte Fragen. Hier sind unsere Antworten.
„Das ist doch nur ein Breitbänder“
Stimmt. Und das ist kein Kompromiss, sondern der Kern des Konzepts.
Was ein Breitbänder kann
Ein akustisches Zentrum. Der gesamte hörbare Frequenzbereich kommt aus einem Punkt. Die Wellenfront ist kohärent. Ihr Gehör bekommt ein konsistentes Signal – keine widersprüchlichen Laufzeiten, keine Interferenzen zwischen Treibern.
Keine Frequenzweiche im kritischen Bereich. Mehrwegesysteme teilen das Signal auf, typischerweise irgendwo zwischen 2 und 4 kHz – genau dort, wo unser Gehör am empfindlichsten ist. Jede Weiche erzeugt Phasendrehungen. Bei einem Breitbänder gibt es diesen Übergang nicht.
Kein Lobing. Bei Mehrwegesystemen überlagern sich die Schallfelder von Hoch- und Mitteltöner im Übergangsbereich. Je nach Winkel addieren oder löschen sie sich – das Abstrahlverhalten wird ungleichmäßig. Ein Breitbänder hat dieses Problem nicht.
Was das hörbar macht
Bessere Impuls- und Sprungantwort. Präzisere Ortung von Instrumenten. Eine Räumlichkeit, die stabil bleibt, wenn Sie den Kopf bewegen. Und ein Klang, der auch nach Stunden nicht ermüdet – weil Ihr Gehirn keine widersprüchlichen Informationen verarbeiten muss.
Die Einschränkung
Ja, ein Breitbänder hat Grenzen im Tiefbass. Die Physik lässt sich nicht überlisten. Wer Subwoofer-Pegel bei 30 Hz braucht, ist hier falsch. Wer Musik hören will, ist hier richtig.
„Der Lautsprecher strahlt nicht 360° ab“
Richtig. Und das ist auch nicht das Ziel.
Was wir meinen, wenn wir von Raumklang sprechen
Kein Lautsprecher strahlt wirklich kugelförmig ab – schon gar nicht bei höheren Frequenzen. Das ist Physik: Je höher die Frequenz, desto stärker bündelt die Membran.
Was die Klangzelle anders macht, ist nicht die Abstrahlrichtung, sondern die Konsistenz des Abstrahlverhaltens über den Frequenzbereich.
Bei konventionellen Mehrwegesystemen ändert sich das Abstrahlverhalten am Übergang zwischen den Treibern – oft abrupt. Das bedeutet: Der Klang, der direkt bei Ihnen ankommt, hat ein anderes Frequenzspektrum als der Klang, der von den Wänden reflektiert wird. Ihr Gehirn bemerkt diese Inkonsistenz.
Bei der Klangzelle gibt es diesen Bruch nicht. Das Verhältnis zwischen Direktschall und Diffusschall bleibt über den Frequenzbereich konsistent. Das Ergebnis: Der Raum „klingt mit“, aber er färbt nicht.
Was der NATC Streukegel tut
Der NATC (Natural Acoustic Torsion Cone) ist ein Diffusor vor dem Hochtöner-Bereich der Membran. Er macht aus dem naturgemäß bündelnden Hochton ein breiteres, kontrollierteres Abstrahlverhalten.
Nicht 360°. Aber breiter als ohne – und vor allem: gleichmäßiger. Weniger Hot Spots, weniger Einbrüche außerhalb der Achse. Das erweitert den Bereich, in dem der Lautsprecher gut klingt, über den klassischen Sweet Spot hinaus.
Das runde Gehäuse
Warum keine Kanten
Schall breitet sich von der Membran aus. Trifft er auf eine Gehäusekante, entsteht eine Sekundärschallquelle – die Kante selbst beginnt zu strahlen. Dieses Signal überlagert sich mit dem Originalsignal und erzeugt Interferenzen: Kammfiltereffekte, die als Verfärbung im Präsenz- und Hochtonbereich hörbar werden.
Ein rundes Gehäuse hat keine Kanten. Der Übergang von Membran zu Gehäuse zu Luft ist fließend. Keine Sekundärquellen, keine Kammfilter.
Warum Buchenholz
Buche ist hart, dicht und hat gute Dämpfungseigenschaften. Das Gehäuse schwingt weniger mit als bei weicheren Hölzern oder MDF. Weniger Eigenresonanz bedeutet: weniger Verfärbung, klarerer Mittelton.
Dass wir die Gehäuse einzeln drechseln statt industriell zu fertigen, ist Aufwand. Aber es gibt keine andere Methode, um ein nahtlos rundes Holzgehäuse in dieser Qualität herzustellen.
Aufstellung und Raumakustik
Warum wir nicht in Stereodreiecken denken
Das klassische Stereodreieck – gleichseitiges Dreieck zwischen Lautsprechern und Hörposition – ist ein guter Ausgangspunkt. Aber es ist nicht das Ziel.
In realen Räumen bestimmen andere Faktoren den Klangeindruck stärker:
Frühe Reflexionen. Der Schall, der von Seitenwänden, Boden und Decke reflektiert wird, erreicht Ihr Ohr wenige Millisekunden nach dem Direktschall. Diese Reflexionen prägen die wahrgenommene Räumlichkeit – und können sie zerstören, wenn sie zu stark oder zu verfärbt sind.
SBIR (Speaker Boundary Interference Response). Die Nähe zu Wänden beeinflusst, welche Frequenzen verstärkt oder ausgelöscht werden. Das betrifft vor allem den Bass und unteren Mittelton.
Raummoden. Stehende Wellen zwischen parallelen Wänden erzeugen Überhöhungen und Auslöschungen bei bestimmten Frequenzen, abhängig von der Position im Raum.
Was das für die Klangzelle bedeutet
Ein Lautsprecher mit konsistentem Abstrahlverhalten und wenig Gehäuseartefakten gibt dem Raum weniger „Futter“ für Probleme. Die Reflexionen sind weniger verfärbt, die Interferenzen weniger ausgeprägt.
Das macht die Aufstellung nicht egal – aber flexibler. Sie können die Klangzelle an die Gegebenheiten Ihres Raums anpassen, statt den Raum an die Anforderungen des Lautsprechers.
Zusammengefasst
| Problem konventioneller Systeme | Lösung Klangzelle |
|---|---|
| Phasenversatz zwischen Treibern | Ein akustisches Zentrum (Breitbänder) |
| Frequenzweichen-Artefakte | Keine Weiche im Signalweg |
| Ungleichmäßiges Abstrahlverhalten | Konsistente Abstrahlung + NATC |
| Kantendiffraktion | Rundes Gehäuse |
| Gehäuseresonanzen | Massives Buchenholz, gedrechselt |
| Sweet-Spot-Abhängigkeit | Breiteres Abstrahlverhalten |
Für die Skeptiker
Wir behaupten nicht, dass die Klangzelle „besser“ ist als jeder andere Lautsprecher. Wir behaupten, dass sie bestimmte Dinge richtig macht, die vielen anderen Konzepten schwerfallen: Zeitkohärenz, konsistentes Abstrahlverhalten, Raumintegration.
Ob das für Sie den Unterschied macht, können nur Ihre Ohren entscheiden.
